
- „Also, das mit dem Namen, das ist ein Zufall. Ich bin der Leo Villiger und ich fahre auch Villiger, aber das ist schon.“
Wie ich zum Velofahren gekommen bin?
Ja, damals, mit 18, da habe ich die Autoprüfung gemacht, und dann bin ich wohl ein paar Mal mit dem Auto etwas zu schnell unterwegs gewesen. Da war das Billett auch schnell wieder weg und ich hätte dann zum Psychologen oder zum Hausarzt für ein Attest gemusst. Das war mir aber zu blöd, da bin ich dann Velo gefahren. Oder meine Traktoren bei der Kirschenernte und im Forst.
Was ich im Jahr so an Kilometern fahre?
Wieviel werden das sein? Na, mit den Reisen zusammen bestimmt an die 10.000 bis 11.000 Kilometer. Da bin ich dann auch ganz schön herumgekommen in der Welt: Geschätzt 5.500 Kilometer in Afrika, 7.000 Kilometer in Zentralamerika und 8.000 bis 9.000 Kilometer hier in Europa. Das Meiste natürlich bei den Reisen, danach bin ich erstmal ein bisschen Velofaul.
Meine letzte Fahrt?
Südamerika. Über 5 Monate. Gestartet bin ich am 2. Dezember 2008 in Caracas und zurück am 28. April 2009. Ganz grosse Reise durch viele Länder, ich habe da aber auch ein paar Umwege gemacht. Fing an in Venezuela, ging über den Norden von Brasilien, Bolivien und Peru und führte bis ganz in den Süden von Chile. Na gut, im Norden Chiles habe ich 1.000 Kilometer mit dem Bus zurückgelegt, aber da ist auch keinerlei Vegetation, das ist dann auch beim Velofahren nicht so spannend. Auf der Reise, da habe ich viel erlebt: Von trockensten Wüsten über Dschungel und Höhengewitter direkt über mir. Ich habe Strassen gesehen wie hier in Europa, aber genauso auch Wege, die nur noch Morast waren. Mein Villiger natürlich auch, das steckte da mehr als einmal drin. Gefahren bin ich auf der Panamericana auf dem Pannenstreifen, auf Feldwegen und manchmal auch ganz auf meinen eigenen Pfaden.
Berg- und Tal-Strecken?
Ja, da sind wir Schweizer eigentlich Einiges gewohnt. Aber da oben in den Anden ist das noch etwas anders: Vom Hohen Anden-Pass kurz vor Lima ging es von 4.820 Metern bis auf 1.000 Meter herunter. In nur achtzig Kilometern. So wie vom Gotthardt-Hospiz nach Göschenen, ein kleines bisschen länger halt. Das war die tollste Abfahrt meines Lebens. Da braucht man dann aber schon auch gute Bremsen. Ging aber alles gut. Wo es etwas schwerer war als erwartet, das war später auf der Panamericana in Richtung Santiago de Chile: Da hatte es die ganze Zeit Südwestwind. Der kam mir entgegen, was mir aber nicht entgegen kam – weil ich nur halb so schnell vorankam, aber doppelt so müde war. Trotzdem klasse. Gerne wieder.
