Leo Villiger – aktuell von seiner Südamerikareise

20. Dezember, Ortszeit 16.00 Uhr
Die persönliche Begrüssung und zugleich der Abschied auf dem Flughafen Kloten am 1. Dezember waren herzlich. Der Empfang des Villiger Spezial-Veloes für extreme Touren erfreulich und ich bin sehr dankbar darüber. Am 4. Dezember konnte ich in Caracas zur Südamerikatour starten. Die Tour verläuft wie geplant. Auf der Route 10 durchfuhr ich den Nationalpark. Er liegt auf einer Meereshöhe von 1000 bis 1700 Meter über Meer und nahe am Äquator. Jetzt bin ich noch im Land Venezuela. Die Tagesfahrkilometer betragen ungefähr 90 Kilometer. Auf der Fahrt durfte ich nette Bekanntschaft machen. Geschlafen habe ich meistens in den Pfarrhäusern. Zur Sicherheit nehme ich das Velo immer auf mein Zimmer. Jeden Morgen konnte ich die Heilige Messe besuchen. Einmal war der Weg zum nächsten Dorf zu weit. Ich übernachtete in einer abgelegenen Hütte. Die Einkaufsmöglichkeiten und die Strassen sind durchwegs gut. Sprachlich kann ich mich auch dank der Gesten recht gut verständigen. So kann und darf ich mich einer guten Gesundheit erfreuen. Ich werde wiederum berichten.

12. Januar 2009,  Ortszeit 8.30 Uhr  
Ich bin an der Grenze zwischen Brasilien und Bolivien. Die  Fahrt durch Venezuela bis zur Grenze Brasiliens verlief problemlos. Ich konnte dabei viel dörfliches Leben beobachten. Nach dem Passieren der Grenze zu Brasilien auf 1000 Höhenmeter ging die Fahrt auf der Route 10 weiter hinunter in das Tiefland des oberen Amazonasbeckens mit seinen 200 bis 300 Metern über Meer. Die Wegstrecke auf der guten und einzigen Hauptstrasse bis Manaus betrug gut eintausend Kilometer. Nach weiteren 900km erreichte ich die grosse Ortschaft Porto Velo. Nach gut 300 km dann über Abuna die Grenze Boliviens. Die Strassen waren durchwegs asphaltiert. Mein Villiger-Velo bewährt sich bestens! Der Zähler zeigt 2750 gefahrene Kilometer. Die Tageskilometer betrugen durchschnittlich 100km Ich hatte oft kurze Regengüsse, den Regenschutz brauche ich aber nur für den Oberkörper. Die Temperaturen sind angenehm. Verpflegen kann ich mich während der Fahrt mit viel Beeren und Früchten, die von Privaten der Strassen entlang feil gehalten werden. Einkaufen (vorwiegend Teigwaren) kann ich in den Dörfern. Der Spirituskocher leistet gute Dienste.

Weiter geht’s nach Bolivien
Die Sprache hier ist vorwiegend Portugisisch. Ich kann mich aber auch auf Spanisch und mit der allfällig nötigen Zeichensprache recht gut verständigen. Die Bewohner sind sehr freundlich. Die Nacht verbrachte ich in Brasilien in einfachen Gaststätten oder in abgelegenen Schöpfen. Im Land Venezuela durfte ich meistens in den Pfarrhäusern Gastrecht geniessen. Das Villiger Velo habe ich zur Sicherheit immer neben dem Schlaflager. Mitte Januar überquere ich bei Guajara Mihin die Landesgrenze zu Bolivien. Dann geht es nach ca. 700 Kilometern auf den hohen Andenpass mit 4750 Höhenmetern. Obwohl es vermutlich sehr viel abverlangt, freue ich mich auf die neuen Entdeckungen. Es ist viel Wert, wenn man sich auf sein Velo verlassen kann! Von der Passhöhe geht die Fahrt hinunter zur Hauptstadt La Paz. Sie liegt 1000 Kilometer tiefer. Ich werde wieder berichten. Durch unser Telefon am Strassenautomat grüsse ich jetzt alle und wünsche ein gutes und gesegnetes neues Jahr.

Der Andenpass - 4750 über dem Meer
Am 1. Februar habe ich den Andenpass erreicht. Von der Landesgrenze zu Brasilien sind es nun 900 gefahrene Kilometer. Vorwiegnd Naturstrasse. Bis zur Andenpasshöhe mussten viermal tausend Höhenmeter überwunden werden. Die Vegetation grünt hier zum Teil bis auf 4500 Höhenmeter. Die Einwohner betreiben im kleinen und grossen Schaf- und Viehzucht. Die Brownswiss-Tiere erweisen sich als sehr anpassungsfähig. Die Tiere sind das ganze Jahr im Freien. Die Kartoffeln gedeihen auch hier recht gut. Bei der Weiterfahrt auf Natur- und Asphaltstrassen erreichte ich den Titicacasee. Mit dem Schiff überquerte ich den See. Er ist 15 mal so gross wie der Bodensee. Der Seespiegel liegt auf 3800 Meter über dem Meer. Nahe der Stadt Puno betrat ich das Land Peru. Von hier ging die Velofahrt auf der Route 3S im Hochtal der Anden in nördlicher Richtung nach Cusco, der alten Inka-Hauptstadt.

In Cusco der Inka-Stadt - Peru
Ende Februar bin ich wohlauf in Cusco angekommen. Das ist die Hauptstadt der Inkas, mein Kilometerzähler zeigt 4500 Fahrtkilometer. Auf der Fahrt durfte ich nette Bekanntschaften machen und mich guter Gesundheit erfreuen. Die Schlafgelegenheiten bei privat oder in Herbergen waren erfreuclich gut. Jeden Tag kann ich irgendwo eine Kirche besuchen. Am Abend werden die Erlebnisse im Tagebuch niedergeschrieben. Die nächsten 800 Strassen Kilometer von Cusco zur Hauptstadt Lima am Pazifischen Ozean auf der Route 3S dürften streng werden. Dazwischen liegen acht Pässe mit zwischen 3700 und 4700 Metern. Die Strassen im zerklüfteten Hochland sind laut angabe nicht besonders gut. Ich freue mich jeden Tag auf das Neue.

Zwischen fünfzig und hundert Kilometer am Tag
Inzwischen bin ich in der Stadt Ayacucho in Peru gut angekommen. Der Unterschied zwischen Nacht- und Tagestemperatur ist hier gross. Nach dem Nachtfrost steigen die Tagestemperaturen auf 18°. Dank der Nähe zum Äquator grünen die Weiden bis auf 4500 Meter. In 12 Tagen hoffe ich Lima, die Hauptstadt am Pazifischen Ozan zu erreichen. Ich freue mich auf die Weiterfahrt. Die 600 Kilometer mit grossen Höhenunterschieden werden wohl viel abverlangen. Das Villiger-Velo hat mich und mein schweres Mitbringsel bis jetzt vorzüglich getragen und sorglos geniessen lassen. Herzlichen Dank. Hoffentlich noch für weitere 4000 Kilomenter. Dann fahre ich in Santiago de Chile ein.

Ankunft in Lima
Nach 108 Tagen erreiche ich mit meinem strapazierfähigen Villiger-Velo den Pazifik. Die Tour von der Stadt Aacucho bis Lima war die strengste Strecke. Die Strassen führen qauf Meereshöhen zwischen 3500 und 4500 Meter und dabei durch grosse Schluchten. Das neue Villiger-Velo leistet gute Dienste. Mit meinem alten Velo hätte ich kaum 50 Tageskilometer fertig gebracht. Von der Passstrasse auf 4800 Meter bis Lima auf Meereshöhe hinunter nahm ich mir vorsichtshalber genögend Zeit. Mein Körper konnte sich so dem gewaltigen Höhenunterschied anpassen. Lima mit seinen 10 Millionen einwohnern ist die grösste Stadt in Peru. Hier leben 30 Prozent der Bevölkerung des Landes.

Weiter in Richtung Santiago de Chile
Die Route führt längs der Meeresküste entlang. Das grosse Endziel nach weiteren 3000 Kilometern ist Santiago de Chile. Jetzt hoffe ich, dass ich in guter Gesundheit mit dem treuen Villiger-Velo die grosse Tour zu Ende fahren kann.